Risikowahrnehmung


Der Forschungsschwerpunkt „Risikowahrnehmung durch Medienresonanz und öffentlichen Diskurs“ untersucht gesellschaftliche Wahrnehmungsprozesse und ihre Determinanten bei Asbest, PCP/Dioxin, Dieselmotor-Emissionen und Fume Events in Flugzeugen

Bei Asbest hat es rund 90 Jahre gedauert, bis der tödliche Gefahrstoff verboten wurde. Es musste erst die Anzahl von Asbesttoten auf mehrere Zehntausend steigen. Schneller ging es bei Pentachlorphenol (PCP) und den darin enthaltenen Dioxinen: 40 Jahre. Zuhilfe kam in diesem Fall – nach dem Einsatz von „Agent Orange“ im fernen Vietnam - ein Ereignis in Europa, das allerdings auch erst mit Verspätung realisiert wurde: Seveso. Die öffentliche Diskussion über die Schädlichkeit von Dieselmotoren kam so richtig erst mit dem Dieselbetrug von VW in Gang – die USA hatte das Tempo vorgegeben, nicht deutsche Behörden. Über die Gefährlichkeit sogenannter Fume Events in Flugzeugen, wenn Nervengifte und andere Stoffe in die Kabine gelangen, wird überhaupt nicht gesprochen – obwohl das Problem seit über 60 Jahren bekannt und potenziell virulent ist.

Was sind die Voraussetzungen, dass Gefahrstoffe und gesundheitliche Probleme in die öffentliche Wahrnehmung geraten? Worin bestehen die Blockaden? Und wie sehen die Zusammenhänge aus?

Das Forschungsprojekt wurde 2018 gestartet. Erste Materialsammlungen gibt es unter www.ansTageslicht.de/Asbestkrimi, www.ansTageslicht.de/krankdurcharbeit, www.ansTageslicht.de/Kabinenluft, www.ansTageslicht.de/Gutachter. Der Aspekt der potenziell kontaminierten Kabinenluft in Flugzeugen wird zusätzlich durch einen Blog abgedeckt: das Aerotoxische Logbuch unter www.ansTageslicht.de/ATLB, in dem die Gefahrenwahrnehmung im Rahmen einer teilnehmenden Beobachtung analysiert und dokumentiert wird.

Anfragen zum Projekt: johannes.ludwig@haw-hamburg.de
Anfragen zum Forschungsschwerpunkt Risikowahrnehmung: steffen.burkhardt@haw-hamburg.de





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